Homöopathie - Wissenschaft gegen Placebo Effekt

Zahlen und Fakten zur Leistung deutscher Krankenkassen im Bereich Homöopathie 2018

Homöopathie ist in der Vergangenheit kontrovers diskutiert worden. Aktuell bekommt dieses Thema wieder einen sehr aktuellen Bezug, denn in der Politik wird darüber beratschlagt, ob es überhaupt gestattet werden soll, dass die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für diese Art der Behandlung übernehmen. In diesem Beitrag wollen wir den aktuellen Fall einmal genauer betrachten.

Homöopathie - Wissenschaft gegen Placebo Effekt

Sind Informieren, ob Homöopathie wirklich funktioniert, von Nöten sollte zunächst einmal das Konzept und der Idee dahinter analysiert werden. Bereits im 19. Jahrhundert entwickelte der Arzt Samuel Hahnemann dieses Prinzip der Heilung. Die Idee, die er hatte beruht darauf Stoffe, die in hohen Konzentrationen, Krankheiten auslösen können, sollen in verdünnten Kleinstdosen dazu beitragen die akuten Beschwerden lindern zu können. Konkret bedeutet das, dass der Wirkstoff, der in den sogenannten Globoli steckt, so stark verdünnt wurde, dass er nahezu unspürbar vorhanden ist. Verdünnungen reichen von 1 zu 10 bis zu unendlich.

Ob Homöopathie nun wirkt oder nicht ist schon sehr oft zu einer Glaubensfrage geworden. Es gibt sowohl Studien, die eine Wirksamkeit belegen, ebenso gibt es auch solche, die genau das Gegenteil bestätigen. Darüber hinaus sind für einen genauer Überblick, Meta Analysen die Quelle, die auch von Wissenschaftlern zu Raten gezogen werden. Das Ergebnis ist bei diesen Analysen eindeutig. Auch in über 200 Jahren, in denen Homöopathie praktiziert wird, gibt es keinen wissenschaftlich belegten Beweis, der eine Wirkung bestätigen kann.

Die Wirkung den Globoli aber haben, wird in der Medizin oft auch Placebo Effekt genannt. Hierbei wird auf die Selbstheilkraft des Körpers gesetzt. Diese wurde zwar bereits in vielen Studien belegt, allerdings kann ein Placebo Effekt nur sehr individuell belegt werden. Eine pauschale Aussage darüber, wann dieser funktioniert, gibt es nicht. In jüngster Zeit haben verschiedene Länder zusätzliche Studien in Auftrag gegeben, die genau dieses Problem untersuchen sollten. Das Ergebnis war überall identisch. Eine belegte Wirksamkeit von homöopathischen Medikamenten und Heilpraktiken wurde ausgeschlossen.

Kosten für der Gesundheitssystem

Grund für diese Studien ist klar nachvollziehbar. In der Politik besteht kein Interesse, in einem Gesundheitssystem Leistungen zu subventionieren, die keine belegte Wirkung haben. Schon vor einigen Jahren hatten sich bereits namhafte Politiker sehr negativ zu homöopathischen Heilmethoden geäußert und gefordert, diese nicht länger von den Krankenkassen bezahlen zu lassen. Zum Schutz aller plädiert die große Koalition dafür, diese Kosten nicht länger der Allgemeinheit aufzuladen.

In der Realität hört sich dies allerdings schlimmer an, als es tatsächlich ist. Konkret wurden im vergangenen Jahr nur etwa 0,003 Prozent der Kosten bei den Krankenkassen mit homöopathischen Heilmethoden verursacht. Hierbei sind allerdings alle Behandlungsformen wie auch beispielsweise Akupunktur, traditionelle chinesische Medizin oder auch Ayurveda und Medikamente inbegriffen. In absoluten Zahlen waren dies Ausgaben von etwa 151.000 Euro. Für eine private Ausgabe mag dies eine hohe Summe sein, im gesamten Gesundheitssystem allerdings nicht. Aus Sicht der Krankenkassen sind diese Kosten also nahezu zu vernachlässigen. Im Gegenzug sollen diese Ausgaben etwas anderes bewirken.

Intention der Krankenkassen

In unserem Gesundheitssystem produzieren 20 Prozent der Mitglieder etwa 80 Prozent der gesamten Ausgaben. Die Krankenkassen unter sich versuchen den Anteil an diesen Versicherten für sich selbst so gering wie möglich zu halten.

Besonders bei jungen Menschen und Besserverdienern sind statistisch gesehen diese Art der Behandlungen sehr beliebt. Aus Sicht der Krankenkassen werden diese Ausgaben also eher als Marketing Instrument genutzt, um genau für diese Gruppe attraktiv zu sein. Besonders unter jungen Menschen ist die Schwelle die Krankenkasse zu wechseln noch sehr hoch, was diese Gruppe stark umkämpft macht.

Die Verbraucherzentrale Hamburg ergreift anders als die Politik, Partei für die Krankenkassen und verteidigt diese Ausgaben. Christoph Kranich aus der Abteilung Gesundheit und Patientenschutz ist der Ansicht, dass diese Behandlungsmethoden auch zu Erfolgen führen und bei den Patienten einen positiven Effekt bewirken. Auch wenn vom wissenschaftlichen Standpunkt aus keine klaren Belege für eine Wirksamkeit bestehen, so wird diese doch zumindest von Patienten anerkannt, die diese Behandlungen in Anspruch nehmen. Ein Gesundheitssystem, so Christoph Kranich soll den Anspruch haben seinen Mitgliedern, die von ihnen gewünschte Behandlung zu ermöglichen. Erst Recht, wenn es wie in diesem konkrete Fall, um vergleichsweise sehr geringe Ausgaben geht.

Ähnlich wird auch von den Krankenkassen selbst argumentiert. Das Hauptargument bleibt das Gleiche, die nahezu unmerklichen Kosten, die die Homöopathie tatsächlich verursacht. Im Gegensatz dazu der individuelle Nutzen der Patienten, die auf diese Art der Behandlung schwören.

Auswirkungen dieser Diskussion

Welche Folgen diese Diskussion nun tatsächlich haben wird, ist noch unklar. Sicher ist aber das vor allem SPD und die Union, zu großen Teilen sehr negativ zu diesem Thema eingestellt ist. Das könnte zur Folge haben, dass Krankenkassen in Zukunft nicht mehr in der Lage sein könnten diese Leistungen zusätzlich für ihre Mitglieder anzubieten. Dann müssten Patienten, die dennoch auf eine homöopathische Behandlung bestehen, die Kosten für diese Behandlung selbst zahlen. Eine Entscheidung ist in der aktuellen Debatte noch nicht gefallen, sollte aber noch ein Argument aus Teilen der Bevölkerung angeführt werden, würde hier der Leitspruch der Homöopathie übernommen: "Nicht das einzelne Symptom wird behandelt, sondern der Mensch in seiner Gesamtheit."

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